Eine private Unfallversicherung schützt dich finanziell bei Unfällen – und das rund um die Uhr, egal ob in der Freizeit, im Haushalt oder bei der Arbeit. Doch wenn es ernst wird und ein dauerhafter Schaden bleibt, entscheidet ein oft übersehenes Detail über die Höhe deiner Auszahlung: die sogenannte Gliedertaxe.
Was die Gliedertaxe eigentlich ist
Wenn du nach einem Unfall dauerhaft eingeschränkt bist, zahlt die Unfallversicherung eine Kapitalleistung. Wie hoch diese ausfällt, hängt maßgeblich von zwei Faktoren ab: deiner vereinbarten Grundsumme und dem festgestellten Invaliditätsgrad. Den maximal möglichen Invaliditätsgrad für einzelne Körperteile legt die Gliedertaxe fest. Das ist eine Tabelle in den Versicherungsbedingungen, die jedem Körperteil einen festen Prozentwert zuordnet.
In den Musterbedingungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wird eine Hand beispielsweise häufig mit 55 Prozent bewertet. Das bedeutet, wenn deine Hand nach einem Unfall vollständig funktionsunfähig ist, ist das besonders für handwerklich tätige Menschen ein harter Schlag, erhältst du bei diesem Standardtarif maximal 55 Prozent der vereinbarten Versicherungssumme. Ist die Hand nur zur Hälfte eingeschränkt, wird auch der Prozentsatz entsprechend halbiert.
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Warum kleine Unterschiede zehntausende Euro ausmachen
Ein kurzes Rechenbeispiel zeigt, wie massiv sich verschiedene Tarife bei der Gliedertaxe auswirken. Angenommen, du hast eine Grundsumme von 100.000 Euro vereinbart und verlierst die Funktion einer Hand.
- Bei einer Gliedertaxe von 55 Prozent für die Hand zahlt der Versicherer 55.000 Euro aus.
- Bei einem Tarif mit einer besseren Gliedertaxe von 75 Prozent erhältst du für exakt dieselbe Verletzung 75.000 Euro.
Das ist ein Unterschied von 20.000 Euro für die gleiche Einschränkung, der einzig und allein an den zugrundeliegenden Versicherungsbedingungen liegt.
Der Irrglaube über die Progression
Viele verlassen sich beim Abschluss auf eine hohe Progression von beispielsweise 500 oder 1.000 Prozent. Die Progression sorgt dafür, dass die Auszahlung bei sehr schweren Schäden überproportional ansteigt. Auf den ersten Blick klingt das logisch. In der Praxis wird dabei allerdings ein entscheidender Punkt übersehen.
Diese Hebelwirkung greift meist erst ab einem Invaliditätsgrad von 50 oder 60 Prozent. Ist ein Körperteil in der Basis-Gliedertaxe von vornherein nur niedrig bewertet, erreichst du die Schwelle für die hohe Progression überhaupt nicht. Eine starke Progression nützt dir bei vielen kleineren oder mittleren Verletzungen also wenig, wenn die Gliedertaxe den Wert vorher deckelt.
Handara: Die Lösung für Berufe, die auf ihre Hände angewiesen sind
Genau hier lohnt es sich, etwas genauer hinzuschauen. Für Menschen, die beruflich dringend auf ihre Hände und Finger angewiesen sind, reicht der Standard oft nicht aus. Deshalb gibt es unser Spezialprodukt Handara. Diese Unfallversicherung bietet eine deutlich verbesserte Gliedertaxe für Arm, Hand und einzelne Finger und ist für insgesamt 3.100 Berufe möglich.
Das Produkt steht in zwei Ausprägungen zur Verfügung:
Handara Premium:
- Arm und Hand: 100 %
- Daumen: 70 %
- Zeigefinger: 70 %
- andere Finger: 20 %
- sämtliche Finger maximal: 100 %
Handara Premium Plus:
- Arm und Hand: 100 %
- Daumen: 80 %
- Zeigefinger: 80 %
- andere Finger: 20 %
- sämtliche Finger maximal: 100 %
Ein Antrag ist schnell gestellt. Eine unvorteilhafte Entscheidung lässt sich später häufig deutlich schwerer korrigieren. Durch die hohe Bewertung bei Handara wird sichergestellt, dass Verletzungen an den Händen so bewertet werden, wie sie sich im Berufsalltag auswirken.
Fazit
Der Beitrag allein sagt noch wenig darüber aus, wie gut ein Tarif wirklich ist. Die Gliedertaxe ist die wichtigste Stellschraube in der Unfallversicherung. Sie bestimmt, ab wann und in welcher Höhe Auszahlungen überhaupt fließen. Bevor du einen Vertrag abschließt, solltest du immer prüfen, wie essenzielle Körperteile bewertet sind.
Bereit für eine echte Absicherung?
Bevor du einen Antrag stellst, schauen wir uns deine Angaben und mögliche Stolperstellen gemeinsam an. Wenn du prüfen lassen möchtest, ob der Tarif Handara zu deinem Beruf passt, kannst du direkt einen Termin mit uns vereinbaren. Weitere Infos findest du unter handara.de. Die Beratung kann vor Ort in Minden oder vollständig digital stattfinden.
FAQ
Was ist die Gliedertaxe in der Unfallversicherung?
Die Gliedertaxe ist eine festgelegte Tabelle in den Versicherungsbedingungen. Sie bestimmt, wie viel Prozent Invalidität bei einem vollständigen Verlust oder der Funktionsunfähigkeit bestimmter Körperteile maximal angerechnet werden.
Warum reicht eine hohe Progression nicht aus?
Die Progression vervielfacht deine Auszahlung erst, wenn hohe Invaliditätsgrade erreicht werden. Wenn ein Körperteil laut Gliedertaxe niedrig eingestuft ist, löst das die hohen Multiplikatoren der Progression oft gar nicht erst aus.
Für wen ist das Spezialprodukt Handara geeignet?
Handara richtet sich an Menschen aus rund 3.100 Berufen, die für ihre Arbeit zwingend auf Arme, Hände und Finger angewiesen sind. Der Tarif bietet eine stark verbesserte Gliedertaxe genau für diese Bereiche.
Wie viel Prozent bekomme ich für eine Hand im Standardtarif?
In den Musterbedingungen des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wird eine Hand häufig mit 55 Prozent bewertet. Bei einer Grundsumme von 100.000 Euro entspricht das 55.000 Euro. Ein Tarif mit 75 Prozent zahlt für dieselbe Verletzung 75.000 Euro – ein Unterschied von 20.000 Euro, der allein an den Versicherungsbedingungen liegt.
Was unterscheidet Handara Premium von Handara Premium Plus?
Beide Varianten bewerten Arm und Hand mit 100 Prozent und sämtliche Finger mit maximal 100 Prozent. Der Unterschied liegt bei Daumen und Zeigefinger: Handara Premium setzt hier jeweils 70 Prozent an, Handara Premium Plus jeweils 80 Prozent. Andere Finger sind in beiden Varianten mit 20 Prozent bewertet.